Wiewiecko (deutsch Henkenhagen) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Węgorzyno (Stadt- und Landgemeinde Wangerin) im Powiat Łobeski (Labser Kreis).

Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 32 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Resko (Regenwalde), 16 Kilometer südlich der Stadt Łobez (Labes) und sieben Kilometer ostsüdöstlich der Stadt Węgorzyno (Wangerin).

Geschichte

Die Ortschaft Henkenhagen, in einer Urkunde von 1564 Henningshagen genannt, war ehemals ein altes pommersches Lehen der in Hinterpommern alteingeborenen Familie Borcke, das um 1782 aus den vier Anteilen A, B, C und D. bestand. Besitzer von Henkenhagen A mit einem Vorwerk, einer Wassermühle, einer Ziegelei und einem Waldstück mit einem See war der Regierungsassessor Friedrich Wilhelm von Borck. Henkenhagen B mit einer Holzung und einem kleinen See gehörte dem Major Wilhelm Leopold von Borck. Henkenhagen C mit einer Holzung, einem kleinen See und einer Waldkate besaß die Witwe des Friederich von Borck. Henkenhagen C, bestehend aus einer Holzung, vier Waldkaten und zwei kleinen Seen, befand sich im Besitz des Lieutenants George Franz Ludewig von Puttkammer zu Pansin. Die Vasallen-Tabelle von 1804 nennt den Lieutenant a. D. Johan Carl von Borcke als Besitzer von Henkendorf. 1855 war Frau von Puttkammer, geb. von Puttkammer, Besitzerin einer 1400 Morgen umfassenden Gemarkung in Henkenhagen, deren Ehemann, Lieutenant von Puttkammer, die Ausübung der kreisständischen Rechte des Guts mit bedingter Ritterguts-Eigenschaft wahrnahm.

Die Gesamtfläche des Forstgutsbezirks Henkenhagen ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf 4835,23 Morgen geschätzt worden. 1884 entfielen Anteile an der Gesamtfläche auf ein Rittergut sowie auf drei Güter ohne Ritterguts-Qualität; das Rittergut Henkenhagen befand sich im Besitz der Familie Puttkammer, die Besitzer der anderen drei Güter hießen Schallehn, Westphal und Ziemer. 1892 werden statt Schallehn und Ziemer die Gutsbesitzer Riedel und Penath genannt.

Am 1. April 1927 hatte das Rittergut Henkenhagen eine Fläche von 401 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte dieser Gutsbezirk 133 Einwohner.

Die Gemarkung der Landgemeinde Henkenhagen hatte um 1930 eine Fläche von 9,5 km². Im Gemeindegebiet standen insgesamt 38 bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnstätten:

  1. Eisenbahnhaltestelle Henkenhagen b. Ruhnow
  2. Familienhaus b. Gienower Mühle
  3. Gut Henkenhagen
  4. Henkenhagen

Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Henkenhagen zum Kreis Regenwalde im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Henkenhagen war Sitz des Amtsbezirks Henkenhagen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Henkenhagen zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung von Polen. Das Dorf Henkenhagen wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung ‚Wiewiecko‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Henkenhagen und dem Kreisgebiet vertrieben.

Demographie

Verkehr

Schon 1880 verlief durch die Feldmark des Gutsbezirks Henkenhagen die Gleisanlage der Bahnstrecke Wangerin – Konitz der Pommerschen Zentralbahn. Henkenhagen hatte eine Haltestelle.

Literatur

  • Henkenhagen, Dorf und Rittergut, Kreis Regenwalde, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Henkenhagen (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 339, Ziffer 22 (Google Books).
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 728–734 (Google Books).
  • Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 58–59 (Google Books).

Weblinks

  • Amtsbezirk Henkenhagen (Territorial.de)
  • Die Gemeinde Henkenhagen im ehemaligen Kreis Regenwalde in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).

Einzelnachweise


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